Eziden lehnen falsche Vertretung ab und verteidigen die Souveränität von Sinjar

Jüngste Ereignisse verdeutlichen erneut die anhaltenden Herausforderungen, denen das ezidische Volk im Irak gegenübersteht. Die Yazidi Cause Alliance kritisierte scharf die Aussagen von Ano Jawhar Abdoka in Washington und betonte, dass niemand außerhalb der Eziden das Recht hat, ohne ausdrückliche Zustimmung in ihrem Namen zu sprechen. Die Allianz stellte klar, dass eine echte Vertretung der Eziden nur durch ihre eigenen Stimmen erfolgen kann und nicht durch politische Rhetorik für kurzfristige Zwecke ersetzt werden darf.

Abdoka, ein Beamter der KRG, sprach während des International Religious Freedom Summit über die Lage religiöser und ethnischer Minderheiten im Irak und in Syrien, darunter auch der Eziden. Er betonte die Bedeutung der Umsetzung des Sinjar-Abkommens, den Schutz der politischen Repräsentation durch Quoten und die Entfernung bewaffneter Gruppen aus ezidischen Gebieten. Obwohl diese Themen wichtig sind, warnte die Yazidi Cause Alliance, dass Abdokas Aussagen die tatsächliche Situation vor Ort nicht widerspiegeln, insbesondere die anhaltende Vertreibung, das Fehlen von Verantwortlichkeit für den ISIS-Genozid und den demografischen Druck in Sinjar.

Die Yazidi Cause Alliance verurteilte, dass Reden im Namen der Eziden gehalten werden, ohne dass eine Zustimmung vorliegt, einschließlich derjenigen von KRG-Minister Ano Jawhar Abdoka. Wahre Vertretung kann nur durch autorisierte ezidische Stimmen erfolgen. Die Darstellung ihres Leids seit dem ISIS-Genozid von 2014 und die Ausbeutung ihrer Anliegen für politische Zwecke sei inakzeptabel.

Das Sinjar-Abkommen, das 2020 zwischen der irakischen Bundesregierung und der KRG unterzeichnet wurde, sollte die lokale Verwaltung, Sicherheit und den Wiederaufbau in Sinjar gewährleisten. Seine Umsetzung verlief jedoch langsam und unvollständig. Mehrere bewaffnete Akteure sind weiterhin präsent, und die Bundes- sowie Regionalbehörden haben Schwierigkeiten, das Abkommen vollständig durchzusetzen. Das Versäumnis, seine Bestimmungen umzusetzen, hat die Eziden verwundbar gemacht; ihre Sicherheit und politische Vertretung bleiben eingeschränkt.

Zusätzliche Spannungen entstanden durch die jüngsten Äußerungen des türkischen Außenministers Hakan Fidan zu Sinjar, die bei ezidischen Abgeordneten und dem irakischen Außenministerium auf scharfe Ablehnung stießen. Fidan deutete an, dass nach Operationen in Nordsyrien Veränderungen in Sinjar möglich seien, was das türkische Interesse an einer Intervention im Irak implizierte. Der ezidisch-irakische Abgeordnete Murad Ismael wies dies entschieden zurück und betonte, dass Sinjar ausschließlich eine irakische Angelegenheit sei und innerhalb der rechtlichen und verfassungsmäßigen Rahmenbedingungen des Irak behandelt werden müsse. Das irakische Außenministerium rief den türkischen Botschafter zu einem Protestgespräch ein und erklärte, Fidans Äußerungen seien eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Irak und verletzten diplomatische Normen.

Die Sinjar Resistance Units (YBS) sind weiterhin in Sinjar aktiv und spielten eine zentrale Rolle bei der Verteidigung des ezidischen Heimatgebiets gegen ISIS. Die Türkei betrachtet die YBS als Sicherheitsbedrohung, doch die Eziden bestehen darauf, dass lokale Kräfte in die offiziellen Sicherheitsinstitutionen des Irak integriert werden, anstatt ausländischen Interventionen unterworfen zu werden. Die jüngsten Zusammenstöße zwischen der YBS und der irakischen Armee unterstreichen den fortdauernden Kampf um Sicherheit und Autonomie in Sinjar.

Diese Ereignisse zeigen deutlich, dass Eziden weiterhin ein komplexes Netz aus regionalen, nationalen und internationalen Druckfaktoren navigieren müssen. Ihre Vertretung, Sicherheit und das Recht auf eine sichere Rückkehr nach Sinjar dürfen nicht externen politischen Interessen untergeordnet werden – weder der KRG, noch der Türkei oder anderen Akteuren. Echter Fortschritt für die Eziden erfordert die Achtung ihrer Selbstbestimmung, die konsequente Umsetzung von Vereinbarungen wie dem Sinjar-Abkommen und die konkrete Auseinandersetzung mit dem Erbe von Genozid und Vertreibung statt leeren Worten.

Der Kampf des ezidischen Volkes ist längst nicht vorbei. Während sie echte Vertretung, Verantwortlichkeit und Sicherheit fordern, müssen internationale Akteure und regionale Mächte anerkennen, dass ihre Stimme nicht übergangen oder ersetzt werden kann. Sinjar ist kein Verhandlungsobjekt – es ist das Herz des ezidischen Heimatlands, und seine Zukunft muss von den Eziden selbst bestimmt werden.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Previous post Ezidis Reject Misrepresentation and Defend Sinjar’s Sovereignty
Next post Езиды отвергают неправильное представление и защищают суверенитет Синджара