Das Lemkin Institute for Genocide Prevention and Human Security veröffentlichte am 3. August 2026 eine Gedenkerklärung zu Ehren der Eziden, die während des vom IS in Shingal verübten Genozids getötet, entführt und gewaltsam vertrieben wurden.

Die Organisation erklärte, sie stehe solidarisch an der Seite der Eziden, die zwölf Jahre nach dem Angriff vom 3. August 2014 weiterhin religiöser und ethnischer Verfolgung ausgesetzt sind.

In einer begleitenden Grafik bezeichnete das Institut den Genozid als den 74. Ferman gegen die Eziden. Es erinnerte an den Rückzug kurdischer Peschmerga-Kräfte aus Shingal, die darauf folgenden Massenmorde und Entführungen durch den IS sowie die Flucht Hunderttausender Eziden aus ihrer Heimat.

Die Erklärung hob die Ermordung von Männern, älteren Jungen und Frauen sowie die Entführung und Versklavung von Frauen und Mädchen hervor. Sie verwies zudem auf die Indoktrinierung entführter Jungen und die Entdeckung von mehr als 80 Massengräbern in Shingal.

Das Institut erklärte, der Genozid sei Teil der Kampagne des IS zur Zerstörung der ethnischen und religiösen Vielfalt des Irak gewesen. Es betonte, dass Eziden aufgrund ihrer Identität und ihres Sharfadin-Glaubens gezielt zur Vernichtung bestimmt worden seien.

Die Grafik schrieb außerdem ezidischen freiwilligen Verteidigern, der YPG, Kämpfern der PKK und der von den Vereinigten Staaten geführten internationalen Koalition eine Rolle bei der Unterstützung der auf dem Berg Shingal eingeschlossenen Eziden zu. Diese Darstellungen geben die eigene Schilderung der Rettungsoperationen durch das Lemkin Institute wieder und enthalten eine politische Einordnung, die nicht allgemein anerkannt ist.

Das Institut kam zu dem Schluss, dass die internationale Gemeinschaft die Eziden sowohl durch das Versäumnis, den Angriff zu verhindern, als auch durch das Versäumnis, die notwendigen Voraussetzungen für ihre sichere Rückkehr in ihre angestammte Heimat zu schaffen, im Stich gelassen habe. In seiner Gedenkbotschaft rief es zu anhaltender Solidarität mit den Eziden und zur Anerkennung der Tatsache auf, dass die Folgen des Genozids weiterhin nicht bewältigt sind.