Eziden versammelten sich in Shingal zu der zweitägigen Feier von Jimai Sharfadin und nahmen an religiösen Zeremonien, traditionellen Bräuchen und Zusammenkünften teil, die Sharfadin und die Einheit der Eziden in den Mittelpunkt stellten.

Anfang September versammelten sich Eziden in Shingal, um Jimai Sharfadin zu feiern, eine bedeutende religiöse Zusammenkunft innerhalb des Sharfadin.

Die zweitägige Feier begann am 3. September. Der erste Tag ist traditionell den Vorbereitungen gewidmet, der zweite den religiösen Zeremonien. Eziden aus Shingal und den umliegenden Gebieten reisten zu heiligen Stätten, um an der Zusammenkunft teilzunehmen.

Viele Teilnehmer erschienen in traditioneller ezidischer Kleidung. Frauen trugen weiße Kleider und farbenfrohe Tücher, während religiöse Zeremonien und gemeinschaftliche Zusammenkünfte einen zentralen Bestandteil der Feier bildeten. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit auch, um zur Einheit unter den Eziden aufzurufen.

Jimai-Zusammenkünfte finden an heiligen Stätten und an Orten statt, die mit Sharfadin verbunden sind, wobei sich die Termine je nach Ort unterscheiden können. In Shingal ist Jimai Sharfadin traditionell mit der Spätsommerzeit verbunden. Nach dem Genozid vom August 2014 wurde der Zeitpunkt der Feier in Shingal um mehrere Wochen nach hinten verschoben; heute wird sie Anfang September begangen.

Die Zusammenkunft bleibt für Eziden eine Gelegenheit, sich im Rahmen ihrer religiösen Traditionen zu versammeln, ihre Verbindung zu heiligen Orten zu erneuern und die Praktiken des Sharfadin an jüngere Generationen weiterzugeben. Zwölf Jahre nach dem Genozid besitzt die fortgesetzte Feier von Jimai Sharfadin in Shingal zugleich eine weiterreichende Bedeutung. Religiöse Zusammenkünfte, die der IS auszulöschen versuchte, bringen weiterhin Tausende Eziden in ihrer Heimat zusammen.