Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat davor gewarnt, dass Eziden, die versuchen, ihr Leben in Shingal wiederaufzubauen, weiterhin mit Arbeitslosigkeit, politischer Bevorzugung und unzureichender staatlicher Unterstützung konfrontiert sind.
In ihrer Zeitschrift vom August 2026 stellte die Organisation den Fall von Dalia vor, die am 3. August 2014 gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer schwangeren Mutter vom IS entführt wurde. Die beiden Schwestern kamen vier Jahre später aus der Gefangenschaft frei, während ihre Mutter weiterhin vermisst wird.
Dalia hat inzwischen geheiratet und ist gemeinsam mit ihrem Ehemann Khader in das wiederaufgebaute ezidische Dorf Al-Wardiya zurückgekehrt. Nach Angaben der IGFM schloss Khader ein Studium der Betriebswirtschaftslehre ab und arbeitete zwei Jahre lang in einer schlecht bezahlten Stelle, nachdem ihm eine Anstellung als Lehrer zugesagt worden war.
Die Organisation erklärt, dass er letztlich vom Einstellungsverfahren ausgeschlossen worden sei, weil Beschäftigungslisten zugunsten von Bewerbern manipuliert worden seien, die Verbindungen zu einflussreichen Clans oder politischen Gruppen hätten. Diese Behauptung stammt von der IGFM und wurde in dem vorliegenden Material nicht unabhängig überprüft.
Nach Angaben der IGFM spiegelt der Fall die allgemeineren Bedingungen in Shingal wider, wo Rückkehrer weiterhin mit begrenzten Beschäftigungsmöglichkeiten, unzureichendem Wiederaufbau und dem Ausbleiben zuvor zugesagter Entschädigungen für Überlebende der Verbrechen des IS konfrontiert sind.
Die Organisation unterstützt junge Eziden durch berufliche Bildungsangebote, monatliche Ausbildungsbeihilfen und finanzielle Förderung, die Absolventen dabei helfen soll, kleine Unternehmen aufzubauen. Die IGFM warnte, dass zurückkehrende Familien ohne einen gerechten Zugang zu Beschäftigung und einen wirkungsvollen Wiederaufbau weiterhin vor erheblichen Hindernissen stehen werden, wenn sie sich in ihrer Heimat dauerhaft wieder ein Leben aufbauen wollen.