Eine Delegation der Ezidi Cause Alliance, offizieller Name: [Yazidi Cause Alliance], traf sich am Dienstag mit Vertretern der deutschen Botschaft in Bagdad, um über eine Reihe politischer, humanitärer, rechtlicher und sicherheitsbezogener Fragen zu sprechen, die das ezidische Volk und die Zukunft Shingals betreffen.
Während des Treffens führte die Delegation Gespräche mit dem politischen Berater Magnus Obermann an der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland.
Nach Angaben der Ezidi Cause Alliance konzentrierten sich die Gespräche auf die Stärkung der Zusammenarbeit mit Deutschland sowie auf zentrale Fragen, die das ezidische Volk betreffen, darunter die Sicherheitslage in Shingal, die Unterstützung von Überlebenden des Genozids, Asylangelegenheiten und die strafrechtliche Aufarbeitung der Verbrechen des IS.
Die Delegation dankte Deutschland für seine fortgesetzte humanitäre Unterstützung ezidischer Überlebender des Genozids sowie für die Aufnahme zahlreicher Überlebender und ihrer Familien. Sie würdigte zudem die Anerkennung des ezidischen Genozids durch Deutschland und die Arbeit deutscher Gerichte bei der strafrechtlichen Verfolgung von IS-Mitgliedern wegen Verbrechen am ezidischen Volk.
Bei dem Treffen wurde auch die Situation ezidischer Asylsuchender in Deutschland thematisiert. Die Delegation forderte ein Ende der Abschiebungen von Eziden und verwies darauf, dass viele weiterhin unter den langfristigen Folgen von Genozid, Verfolgung und Unsicherheit leiden, die sie zur Flucht aus dem Irak gezwungen haben.
Sicherheit und Regierungsführung in Shingal waren ein weiteres zentrales Gesprächsthema. Die Delegation forderte Deutschland auf, eine stärkere diplomatische Rolle bei der Unterstützung einer dauerhaften politischen Lösung zu übernehmen, und hob die Rolle ezidischer Kämpfer hervor, die Shingal gegen den IS verteidigten, nachdem die lokale Bevölkerung während der Angriffe von 2014 schutzlos zurückgelassen worden war.
Beide Seiten erörterten außerdem die laufenden Bemühungen zur Identifizierung von Opfern des ezidischen Genozids im Rahmen der Untersuchungen von Massengräbern. Die Alliance forderte eine engere Zusammenarbeit zwischen deutschen und irakischen Behörden, um die Entnahme von DNA-Proben bei in Deutschland lebenden Familien zu erleichtern und die Identifizierung sowie Rückführung der sterblichen Überreste von Opfern an ihre Angehörigen zu verbessern.
Auf politischer Ebene stellte die Delegation ihre Vorstellungen für die Zukunft Shingals vor, darunter die Unterstützung einer unabhängigen lokalen Verwaltung, die unmittelbar an die irakische Bundesregierung in Bagdad angebunden wäre. Sie argumentierte, dass internationale Hilfen, die direkt nach Shingal geleitet würden, den Wiederaufbau, öffentliche Dienstleistungen, die Bedingungen für eine Rückkehr sowie die Unterstützung von Überlebenden und Familien vermisster Personen verbessern könnten.
Die Delegation stellte zudem das politische Programm der Ezidi Cause Alliance vor und betonte die Bedeutung eines direkten Austauschs mit Deutschland über Fragen, die das ezidische Volk betreffen.
Das Treffen endete damit, dass beide Seiten ihre Absicht bekundeten, den Dialog und die Zusammenarbeit in politischen, humanitären, rechtlichen und sicherheitsbezogenen Fragen zum ezidischen Volk fortzusetzen.