Zwei ezidische Frauen, die die Gefangenschaft des IS überlebt haben, stehen im Mittelpunkt von 10 Years On: The Ezidi Genocide, einem Dokumentarfilm, der am 25. Oktober 2026 in London, Ontario, seine Kanada-Premiere feiern soll. Der Film begleitet ihren Überlebenskampf, ihre Flucht und ihren anhaltenden Kampf um Freiheit in den Jahren nach dem Genozid an den Eziden von 2014.
Unter der Regie von Bared Maronian porträtiert der Dokumentarfilm Faiza Q. und Hala S. Ihre Erfahrungen bilden den Mittelpunkt des Films: was den vom IS angegriffenen Frauen widerfuhr, wie sie überlebten und wie sich ihr Leben seit ihrer Flucht aus der Gefangenschaft entwickelt hat.
Im August 2014 griff der IS Shingal im Irak an, das auch als Sinjar bekannt ist. Der Genozid umfasste Massentötungen, Entführungen und die sexuelle Versklavung ezidischer Frauen und Mädchen. Für die Überlebenden löschte die Flucht vor ihren Entführern das Erlebte nicht aus. Ebenso wenig brachte sie allen zurückgelassenen Menschen die Freiheit.
Die Festivalbeschreibung stellt diese noch immer ungelöste Realität neben die Geschichten der beiden Frauen und weist darauf hin, dass sich weiterhin viele ezidische Frauen in Gefangenschaft befinden. Der Dokumentarfilm handelt daher von mehr als der Erinnerung an ein Verbrechen. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf Menschen, deren Freiheit bis heute nicht gesichert ist, und begleitet zugleich zwei Überlebende über jene Ereignisse hinaus, durch die das Publikum möglicherweise erstmals von ihnen erfahren hat.
Die Vorführung hat zudem einen direkten Bezug zu London. Eine der im Dokumentarfilm porträtierten Frauen ist Studentin an der Western University und lebt mit ihrer Familie in der Stadt. Für das lokale Publikum bringt der Film die Folgen des Genozids unmittelbar näher: Eine der Frauen, deren Erfahrungen er dokumentiert, baut sich heute dort ihr Leben auf.
Der 53-minütige Dokumentarfilm stammt aus dem Jahr 2024, zehn Jahre nach Beginn des Genozids. Seine Kanada-Premiere findet mehr als zwölf Jahre nach den Angriffen statt – eine Erinnerung daran, wie viel Zeit vergangen ist, während Gefangenschaft und die Folgen der Verfolgung weiterhin ungelöst bleiben.
Maronian und Jackie Abramian werden gemeinsam für Drehbuch und Produktion genannt. Die Vorführung wird mit englischen Untertiteln gezeigt und enthält Inhaltswarnungen zu Gewalt und sexualisierter Gewalt.
Details zur Vorführung
Datum: Sonntag, 25. Oktober 2026
Uhrzeit: 12:00–13:25 Uhr EDT; Filmlänge: 53 Minuten
Veranstaltungsort: Wolf Performance Hall, 251 Dundas Street, London, Ontario, Kanada
Festival: FCFF
Premiere: Kanada-Premiere
Tickets: Über die Buchungsseite des Festivals erhältlich.
